Geschichte der LUFA Rostock


Geschichte der LUFA Rostock

Gründungsurkunde


Im Jahr 2000 feierte die LUFA Rostock ihr 125-jähriges Jubiläum (s. Gründungsurkunde von 1875) – in der heutigen kurzlebigen Zeit ein fürwahr seltenes Ereignis. Dies soll Anlass für uns sein, unsere Geschichte hier etwas ausführlicher darzustellen.


1875
wurden Verhandlungen zur Gründung einer landwirtschaftlichen Untersuchungsstation vom Patriotischen Verein, der Vereinigung der Landwirte von Mecklenburg, mit der großherzoglichen Regierung geführt. Zunächst entstand 1870 eine Düngemittel- und kurz danach eine Samenkontrollstation. Unter dem Einfluss der Lehren von Justus von Liebig und angeregt durch den Aufbau ähnlicher Einrichtungen in den anderen deutschen Ländern beschloss der Patriotische Verein auch in Mecklenburg eine umfassende Landwirtschaftliche Untersuchungsstation entstehen zu lassen.
Der Ordinarius für Landwirtschaft an der Universität Rostock, Professor Graf zur Lippe, verfasste dazu eine Denkschrift und unter Eingliederung der genannten Kontrollstation wurde die Landwirtschaftliche Versuchs- und Untersuchungsstation Mecklenburg vor den Toren Rostocks in der Barnstorfer Flur gegründet. Am 26. Februar 1875, dem Tag der Gründung, ist das Statut vom Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin unterzeichnet worden. Die Leitung wurde Prof. Heinrich übertragen und die Aufgaben konzentrierten sich auf die Untersuchung und Kontrolle von Düngemitteln, Futtermitteln, Saatgut und auf eine wissenschaftliche Forschung im Pflanzenbau, in der Pflanzenernährung und der Bodenkunde.

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1908 übernahm Professor F. Honcamp die Leitung und dehnte die wissenschaftlichen Arbeiten auf die Tierernährung und -fütterung aus. Nach einer kurzen Amtszeit von Prof. Wöhlbier von 1934 bis 1936 wurde Prof. Kurt Nehring die Leitung des Hauses übertragen. Unter seinem Direktorat (1936-1962) wurden intensiv Fragen der Pflanzenernährung, des Pflanzenschutzes und der Düngung bearbeitet und die serienmäßige Bodenuntersuchung in Mecklenburg begonnen.

Im Jahre 1952 sind die phytopathologischen Aufgaben dem neugebildeten Pflanzenschutzamt übertragen worden. Am 1. Januar 1953 übernahm die Deutsche Akademie der Landwirtschaftswissenschaften die Einrichtung als Institut für landwirtschaftliches Versuchs und Untersuchungswesen (LVU) Rostock.
1962 war für das LVU-Institut ein einschneidendes Jahr. In diesem Jahr wurden die Abteilung Tierernährung und -fütterung in das Oskar-Kellner-Institut für Tierernährung überführt, das landwirtschaftlich-chemische Untersuchungswesen als Zweigstelle dem Institut für Pflanzenernährung Jena und die Abteilung Saat- und Pflanzgutuntersuchung der Zentralstelle für Sortenwesen Nossen zugeordnet.
1963 wurde Dr. Harald Große Leiter der Zweigstelle für landwirtschaftliches Untersuchungswesen. So hießen in dieser Zeit die ehemaligen Insitute für landwirtschaftliches Untersuchungswesen der DDR, die als Zweigstellen dem Institut für Pflanzenernährung Jena der Deutschen Akademie der Landwirtschaftswissenschaften (DAL) unterstellt waren.
Im Jahre 1973 schließlich wurde die Zweigstelle eine Abteilung für Agrochemische Untersuchung und Beratung (ACUB) des Jenaer Institutes mit einem Zentrallabor für Boden- und Pflanzenuntersuchungen sowie Bezirks-/Beratungsgruppen, die sich mit der Probenahme und der Düngungsberatung beschäftigten.
Im Jahre 1991 trennte sich das ACUB-Zentrallabor Rostock mit seinen Außendienstmitarbeitern vom Institut für Pflanzenernährung und Ökotoxikologie Jena. Aus ihm bildete sich die Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA) Rostock der LMS Landwirtschaftsberatung MV/SH GmbH. Von 1989 bis 2004 war Prof. Dr. habil. Peter Schweder Leiter der LUFA Rostock der LMS.
Von 2004 bis Anfang 2011 leitete Prof. Dr. Rolf O. Kuchenbuch die LUFA Rostock der LMS.